Francesco di Giorgio Martini, zugeschrieben

  • Diese Ansicht einer Idealstadt gehört zu einer Serie gleichformatiger Bildwerke mit ähnlichen Veduten, von denen weitere in den Besitz der Museen zu Urbino und Baltimore gelangt sind. Es dürfte sich um spalliera-Tafeln handeln, die einstmals als Wandverkleidung eines Studierzimmers dienten. Möglicherweise wurde der Zyklus, der vielleicht weitere Gemälde umfasste, von Federico da Montefeltre (1422-1482), dem Herzog von Urbino, für einen Raum seines dortigen Castells in Auftrag gegeben.
  • Federico war ein guter Freund von Leon Battista Alberti (1404-1472), dem wichtigsten Architekturtheoretiker der Frührenaissance. Im kühlen Licht nehmen sich diese kulissenhaften Stadtperspektiven trotz mathematischer Präzision zugleich als irreale Räume aus, deren Menschenleere auch das Unheimliche, das solchen Konstrukten innewohnt, zu inszenieren scheint.
Kat.Nr.1615 , erworben 1896 , Foto: Jörg P. Anders