Georges de Marées

Der gebürtige Schwede aus einer französischen Familie war seit 1730 vor allem in München, aber auch an anderen süd- und mitteldeutschen Fürstenhöfen sowie für den Kölner Fürstbischof Clemens August in dessen Residenz Bonn vorrangig als Porträtist tätig. Das verlorene Bildnis eines relativ jungen Malers, das sicher kein Selbstporträt ist, wie die stilistische Nähe zu dem 1760 datierten Selbstbildnis mit Tochter in München (Alte Pinakothek) zeigt, entstand in dem Jahrzehnt, in dem sich Marées’ Stil zugunsten einer atmosphärischen, leichteren Auffassung wandelte. Carl Hernmarck, Autor der bis heute gültigen Marées-Monographie von 1933, der das Berliner Porträt erst später kennenlernte, sprach sich brieflich für die Zuschreibung aus. Der Haltung, Kleidung und dem Bildausschnitt nach handelte es sich um ein klassisches Repräsentationsbild eines Malers, der in kostbarer Gewandung, von einem seidenen Umhang locker umschlungen, beim Malen innehält, um sich dem Betrachter zuzuwenden. Individuell ist neben dem Gesicht einzig der Leinwandausschnitt, in dem die Unterzeichnung einer wohl allegorischen Szene zu erkennen ist. Adolf Feulner äußerte die Vermutung (briefl.), es hätte sich um das Bildnis eines Münchener Malers gehandelt haben können, von dem kein weiteres Porträt bekannt ist, etwa von Balthasar Albrecht.

Erworben 1934 vom Kunsthandel Haberstock in Berlin, Preis 5000 RM, zuvor Slg. Herbert Gutmann in Berlin

Inv. Nr. 2096 , erworben 1934