Brescia

  • Maria, in einer (aufgemalten) Gartenlandschaft sitzend, betet das auf ihrem Schoß liegende Christuskind an. Durch ihre Schrägstellung hat der unbekannte Künstler eine große Intimität in der Darstellung erreicht. Die Anmut und Eleganz der Madonnenfigur wie auch der Reichtum der souverän modellierten Formen erinnern sowohl an die Madonnenbilder des Malers Gentile da Fabriano als auch an die Kunst am burgundischen Hof.
  • Ursprünglich war das rechteckige Relief durch eine in Stuck ausgeführte Anfügung nach oben rundbogig abgeschlossen. Zu den zwei Engelköpfchen gehörten, wie eine alte Aufnahme dokumentiert, noch drei weitere. Einer der Vorbesitzer hielt diese „Vergrößerung“ für eine spätere Ergänzung aus Gips und ließ sie entfernen. Die Engelköpfchen, die kordelartigen Ränder der Heiligenscheine und die vasenartige Zierde auf dem Thron sind aus Stuck. Die ursprüngliche Bemalung und Vergoldung ist nicht mehr vollständig erhalten.
M 273 , erworben 1980 , Foto: Jörg P. Anders