Buytewech, Willem Pietersz

  • Die moralisierende Darstellung mehr oder weniger unziemlicher Wirtshausszenen als Allegorien oder biblische Ereignisse – das war in der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts überaus beliebt. Die gehobene Gesellschaft, nach dem Genuss exklusiver Austern dem Violinspiel eines älteren Herrn lauschend, dient hier als Personifikation der fünf Sinne. Der elegant gekleidete Herr ganz links, der unbekümmert seine Blase entleert, benutzt dazu ein Gefäß, das kurz vorher noch zur Tischdekoration gehört haben mag. Diese Szene, eine Allegorie des Geruchs, hielt der Vorbesitzer des Gemäldes offenbar für allzu derb. Er ließ sie übermalen – was 1999 wieder rückgängig gemacht wurde.
  • Zuvor war außerdem der Bildhintergrund verändert und das interessante Motiv des großformatigen Bildes im Bild verunklärt worden: Ist die Landschaft doch kein Ausblick aus der Wirtsstube, wie es zunächst scheint, sondern Thema eines Gemäldes und Anspielung auf eine Landpartie sowie vor allem Teil der Allegorie des Sehens, des Imaginierens von Landschaft.
    Unbestritten ist Buytewech, von dem lediglich acht Gemälde bekannt sind, der Schöpfer dieses Werkes.
Kat.Nr.1983 , erworben 1926 , Foto: Jörg P. Anders