Giovanni da Bologna, nach

Die Kleinbronzen des gebürtigen Flamen Jean Boulogne, besser bekannt unter seinem italienischen Namen Giovanni di Bologna oder abgekürzt Giambologna, gehörten im ausgehenden 16. Jahrhundert zu den begehrtesten Objekten höfischer Kunstsammlungen und fanden in Europa rasch Verbreitung. Die Medici verwendeten die Werke ihres Hofbildhauers als diplomatische Geschenke. Zu seinen berühmten Frauengestalten gehört die Venus Urania. In ihr verwirklichte er so souverän wie kein zweiter vor und nach ihm das im 16. Jahrhundert propagierte Ideal der Vielansichtigkeit. Von allen Seiten kann die vielfältig bewegte Figur, deren Komposition bis ins Detail kalkuliert ist, in jeweils andersartigen Ansichten betrachtet werden. Das Original der Venus Urania befindet sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien.

M 39/66 , erworben 1922 , Foto: Jörg P. Anders