Vlieger, Simon de

  • Das Bild stammt aus der reifen Zeit des bedeutenden Amsterdamer Marinemalers, der seit 1649 in Weesp an der Zuydersee malte. Seine Flottenparaden und besonders der überaus stimmungsvolle Charakter der Bilder verliehen der Gattung der Seestücke entscheidende Impulse und trugen zu ihrer klassischen Ausprägung bei. Sein atmosphärisch dichtes und zugleich hochsymbolisches Gemälde, die um 1630 mehrfach militärisch eingesetzte und berühmte Fregatte „Amsterdam“ aus der Flotte der Generalstaaten, die sich in etlichen Gefechten gegen spanisch-flämische Kaperfahrer während des Dreißigjährigen Krieges behauptete, ist charakteristisch für sein Oevre:
  • In vollen Segeln, also abfahrtsbereit, als befehlshabendes Schiff (gehisste holländische Fahne) und in Kriegsstellung (geöffnete Geschützpforten und gehisste Blutflagge auf dem Achterdeck) dargestellt, ist es nicht in einer tatsächlichen Gefechtssituation gezeigt. Das nach dem Krieg gemalte Bild soll auch nicht Heldentaten dokumentieren, sondern einerseits zeichenhaft an sie erinnern. Vor allem aber die Einsatzbereitschaft der großen niederländischen Seemacht als Garant des Friedens soll es demonstrieren, sichtbar in der freien Ausfahrt der Fischerboote in der linken Bildhälfte, dem aufklärenden Himmel entgegen, freilich unter Aufsicht der noch unter dunklen Wolken stehenden Kriegsflotte.
Kat.Nr.KFMV.295 , erworben 2004 , Foto: Jörg P. Anders