Gottfried Hempel

Erworben 2016 als Dotation Kurt und Ilse Hänel, geb. Kipp (Berlin), beide langjährige KFMV-Mitglieder.

Das Kunstwerk:
Der einem Denkmal vergleichbar dargestellte Generalleutnant war Chef des 2. Kürassierregiments „Prinz Wilhelm zu Pferd“, das seine Garnison in Kyritz (Priegnitz) unterhielt. Über dem Brustpanzer trägt der Prinz die orangefarbene Schärpe des Schwarzen Adlerordens. Der demonstrativ präsentierte Kommandostab dokumentiert den Topos souveräner Macht. Im Hintergrund ist ein Reitergefecht zwischen Kürassieren und Husaren in der Nähe einer Ortschaft erkennbar, das als Erinnerungsbild zugleich vom kampferfahrenden Kommandeur im Vordergrund berichtet. August Wilhelm war der präsumtive Nachfolger seines Bruders Friedrich des Großen und Vater des späteren preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. Das Gemälde ist eines der wenigen Reiterbildnisse der brandenburgisch-preußischen Kunst.

Der Künstler:
Kurz vor 1743 kam Gottfried Hempel nach Berlin. Er war in den späten 1740er – und in den 1750er Jahren ein vielbeschäftigter Porträtist, der im Umkreis des Antoine Pesne zum Hofmaler des Prinzen von Preußen avancierte. Hempel unterhielt auch Kontakte zu den Repräsentanten der literarischen Aufklärung in Halberstadt. Für den dort von Johann Ludwig Wilhelm Gleim eingerichteten „Freundschaftstempel“ schuf er bemerkenswerte Bildnisse. Hempel war 1753 für den Hof der Königin Mutter in Berlin (Schloss Monbijou) sowie um 1765 für den des Prinzen Heinrich in Rheinsberg tätig.

Bedeutung für die Sammlung:
Mit Gottfried Hempels Reiterbildnis kommt ein weiteres Beispiel in der Nachfolge der Werke des preußischen Hofmalers Antoine Pesne in die Galerie. Es tradiert neben den Gemälden von Christan Bernhardt Rode und Joachim Martin Falbe sowie den Miniaturen von Carl Friedrich Thienpondt jedoch einzig den strengen Porträtstil aus der Zeit des Soldatenkönigs (1713-1740).

Das Gemälde wird, nach erfolgter Restaurierung, seit Juni 2018 im Bode-Museum in Raum 258 präsentiert.

 

Kat.Nr. KFMV 308 , erworben 2016 , Foto: Christoph Schmidt