Francisco Goya

Das Bildnis zeigte den Mönch einer nicht näher bestimmbaren Kongregation, die traditionelle Bezeichnung als Franziskaner kann aufgrund der in alten Beschreibungen festgehaltenen, blau-grauen Farbe des Habits nicht zutreffen. Format und Ausschnitt waren äußerst schlicht und entsprachen dem von Goya bevorzugten Porträttyp, der sich ganz auf den Gesichtsausdruck konzentrierte. Die sympathische Erscheinung des Geistlichen wurde wesentlich durch die lebendigen Augen unter dem tiefen Schwarz der dichten Brauen und die durch häufigen Gebrauch der Sprache geformten Falten um den Mund erzeugt. Auf repräsentative Motive, zu denen in diesem Fall ein Kreuz oder Buch als Hinweis auf Frömmigkeit und Gelehrtheit des Mönchs gehört hätten, wurde vollständig verzichtet. Die Datierung des Gemäldes war nicht gesichert, Gudiol und Camon Aznar ordneten es 1803 ein, Höltge (Kat. Berlin 1997) schlug ein späteres Datum, nach 1810, vor. Interessanterweise haben sich möglicherweise mehrere Kopien des Werkes erhalten, eine sicher in deutschem Privatbesitz, eine weitere wahrscheinlich in spanischem. Sie sprechen für die hohe Wertschätzung des Porträttyps, aber auch der dargestellten Person, deren Identifizierung noch aussteht.

Erworben 1904 aus der Slg. des Marqués de Vega, Preis 9.790 RM

Inv. Nr. 1619B , erworben 1904