Hans Schäufelein

Der Maler Hans Schäufelein (um 1482/83 bis um 1539/40) war im frühen 16. Jahrhundert als Geselle in Albrecht Dürers Nürnberger Werkstatt tätig. Die Berliner Gemäldegalerie besitzt vier Kunstwerke dieses Künstlers.

Darunter ist die Doppeltafel eines kleinformatigen Passions-Altars, der wahrscheinlich der Privat-Andacht gedient hat, mit der Szene „Christus nimmt Abschied von seiner Mutter“. Diese Doppeltafel, ursprünglich die Außentafeln des Passions-Altares, befindet sich schon seit 1821 in der Berliner Gemäldesammlung.

2016 kamen überraschen vier Tafeln dieses Altars auf den Kunstmarkt, die der Schäufelein-Experte Christof Metzger (Albertina Wien) schon früh den Berliner Außentafeln zuordnen konnte.

Zwei Tafeln, die Dornenkrönung und die Geißelung, hat der KFMV 2017 mit Unterstützung zahlreicher Spender sowie der Kulturstiftung der Länder erworben. Auch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist an diesem Ankauf beteiligt.

Die Dornenkrönung ist nun Eigentum des KFMV, wohingegen er an der Geißelung einen Eigentumsanteil von einem Drittel hält.


Schäufelein-Altar - GeißelungHans Schäufelein, Geißelung Christi,
1506/07, 23,5 x 18 cm, Öl auf Holz.
Gemäldegalerie Kat. Nr. 2017.02.
Ein Drittel Miteigentum des KFMV.
Foto: Christoph Schmidt


Bedeutung für die Sammlung:

Für die altdeutsche Malerei steht insbesondere der Name Albrecht Dürer. Seine große Begabung lag nicht zuletzt auf dem Feld der bildkünstlerischen Erzählung. Der Dürer-Bestand der Gemäldegalerie zeigt zwar sein überragendes Werk in den großartigen Porträts wie etwa denen des „Hieronymus Holzschuher“ und des „Jakob Muffel“ oder auch in seinem Marienbild, aber ein Beispiel seines bilderzählerischen Œuvres fehlt dem Museum bisher. Hans Schäufelein war enger Mitarbeiter Albrecht Dürers. Sein Altar mit den bilderzählerischen Tafeln der Passion Christi schafft eine gewisse Kompensation im unvollständigen Dürer-Bestand der Gemäldegalerie.

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KFMV 309 , erworben 2017 , Foto: Christoph Schmidt