Niederbayern

Die feingliedrige, sehr zierliche und ausgezeichnet erhaltene Statuette war vielleicht Teil eines kleinen Altars, könnte aber auch in einem profanen Zusammenhang einer Bruderschaft o. Ä. gestanden haben. Die virtuose Schrittstellung des Ritters sowie die drastischen Motive – der verdrehte Drachenhals und das Festhalten des Drachens an seiner herausgezogenen Zunge, um zum todbringenden Schlag ausholen zu können – sind den Bildlösungen Hans Leinbergers nahe. Aber mit dessen monumentaler, überlebensgroßer Georgsfigur in der Münchener Frauenkirche (1516-18) lässt sie sich nur indirekt vergleichen, ist dort das Triumphmotiv nur durch ähnliche Mittel ausgedrückt.

M 92 , erworben 1907/08 , Foto: Reinhard Saczewski