Melchior de Hondecoeter

Hondecoeter, eher für seine Bilder lebender Vögel berühmt, malte besonders in seiner frühen Zeit unter dem Einfluß seines Onkels Jan Baptist Weenix auch einige Stilleben mit Jagdbeute, zu der das verlorene Berliner Bild zählte. Die exakt wiedergegebenen Vögel, unter denen der an einem Seil aufgehängte Truthahn hervorstach, waren gemeinsam mit einem Korb und Tuch auf einem Tisch drapiert. Vögel waren infolge ihres hohen Anteils an tatsächlichen Jagdbeuten in den nordwestlichen Niederlanden besonders geläufige Motive der dortigen Stillebenmaler. Käufer dieser Bilder waren wohl vorrangig wohlhabende Bürger, die selten oder gar nicht an Jagden teilnehmen konnten, doch mit der Darstellung der Beute repräsentative Akzente in ihren städtischen Häusern setzen wollten. Ein kompositionell eng verwandtes, allerdings im Außenraum situiertes Vogelstilleben mit Jagdwaffen, gleichfalls von Hondecoeter signiert, befindet sich in Rotterdam (Museum Boymans-van Beuningen).

Bezeichnet u.Mitte: M. d. hondecoeter

Erworben 1928 aus dem Berliner Kunsthandel, Preis 4.500 RM

Inv. Nr. 2040 , erworben 1928