Jan Wildens

Das Bild war die rechte Hälfte eines in unbekannter Zeit zerschnittenen Gemäldes Jan Wildens, eines Landschaftsspezialisten in der großen Antwerpener Rubens-Werkstatt. Die linke Hälfte befindet oder befand sich 1980 in der Slg. Brør Serlachius im finnischen Tervakoski; eine bei Adler abgebildete Photomontage zeigt, dass außerdem zwischen beiden Teilen ein schmaler Streifen fehlt. Eine wesentlich spätere Version des gesamten Gemäldes mit leicht veränderter Staffage, ebenfalls signiert von Wildens, ist oder war 1980 in Genua (Slg. Angelo Costa), eine Vorzeichnung tauchte 1913 im Schweizer Kunsthandel auf. Vor weitem Landschaftsprospekt mit einer Kloster- oder Stiftsanlage (an der Mauer, verschiedenen Gebäuden sowie Chor und Querhaus der Kirche zu erkennen) wurde mit großer Genauigkeit die bäuerliche Arbeit neben einem Gehöft geschildert. Durch den Lichteinfall gelang es Wildens, die vorderen Genreszenen durch einen hellen Streifen vom Hintergrund zu trennen, der Berliner Ausschnitt mit dem Stiftskomplex wirkte somit entrückt und etwas irreal – ein Eindruck, der durch den Regenbogen verstärkt wurde. Die reiche Belaubung in der Umgebung des Klosters und die Kahlheit des Vordergrunds (rechts werden zudem verbliebene Baumstümpfe abgeholzt) ist ein weiteres Gegensatzpaar, zudem die Betriebsamkeit der Bauern vor dem z.T. ruinösen Hof und die menschenlose Stille im völlig intakten Stiftsareal.

Bezeichnet: I. Wildens F 1621

Erworben 1928 beim Kunsthandel Dr. Gottschewski und Schäffer in Berlin, Preis 5.500 RM

Inv. Nr. 2038 , erworben 1928