Oberrhein

  • Die Darstellung steht im engen Zusammenhang mit der Annenverehrung im Kontext der Immaculata Conceptio Mariae, wie sie im ausgehenden Mittelalter zunehmend praktiziert wurde. Nach apokrypher Legende weilte Joachim auf dem Feld, als ein Engel ihm die Geburt seiner Tochter Maria verkündete. Das Relief könnte sich ursprünglich auf der Flügelinnenseite eines Annen-, Sippen- oder Marienaltars befunden haben. Bildvorlage war eine Darstellung aus der Holzschnittfolge des Marienlebens von Albrecht Dürer von 1503/04. Das Monogramm selbst wurde nachträglich hinzugefügt.
  • Der Kunsthändler schrieb das Relief dem 1515-56 im Oberelsass und in Südtirol tätigen Meister HSR zu. Dieser bediente sich auch in den ihm zugeschriebenen drei Reliefs mit Marienszenen im Freiburger Augustinermuseum der Dürerschen Holzschnittfolge. Inzwischen wird das Relief allgemeiner einem oberrheinischen Meister um 1515 zugeordnet. Die Naturdarstellung ist mit oberrheinischen Lösungen verwandt, doch bleibt das Berliner Werk isoliert. Die stilistische Einschätzung wird erschwert durch die enge Anlehnung an die Dürer-Graphik.
M 280 , erworben 1988 , Foto: Jörg P. Anders