Luca della Robbia

Die junge Maria und das große Kind waren in einer lebendigen und intimen Komposition vereint: Beide Köpfe neigten sich einander zu, das Kind berührte mit der Rechten das Kinn der Mutter. Solche Gesten gehörten zu einer Fülle an Ausdrucksmöglichkeiten, die den Quattrocento-Künstlern zur Verfügung standen, um bestimmte religiöse Empfindungen beim Betrachter des Andachtsbildes anzusprechen; sie bedienten sich dabei, wie im vorliegenden Fall, auch des byzantinischen Motivschatzes. Mit Ausnahme weniger Details, wie die Bekleidung des Kindes und seine freiere Fußhaltung, entsprach das verlorene Berliner Relief einer etwa gleich großen Variante im Statens Museum for Kunst in Kopenhagen, die sich erhalten hat. Die mangelhafte Glasur ist, nach Gentilini, Folge einer noch nicht ausgereiften Technik und spricht für ein Frühwerk.

Erworben 1905 als Geschenk im Florentiner Kunsthandel, Wert 652,30 RM

Inv. Nr. M 62 , erworben 1905