Francesco di Valdambrino

  • Valdambrinos Marienfigur ist sehr gut erhalten, sieht man von der letzten Malschicht des Gewandes ab, die das jetzt stark leuchtende Mennigerot einst dämpfte. Über den Verbleib der Engelsfigur, die ursprünglich zu der Verkündigungsgruppe gehörte, wissen wir leider nichts, ihre Spuren verlieren sich im Dunkeln. Die Skulptur selbst zeichnet sich durch den sicheren statuarischen Aufbau und die große Anmut in der Figurenbewegung aus. In der Zeit der beginnenden Frührenaissance blieb Francesco di Valdambrino ein Vertreter der Spätgotik.
  • Der unverhüllte Kopf der Maria ist mit einem Ausdruck des leichten Erschreckens entschieden nach links, zum Überbringer der göttlichen Botschaft hin, gewendet. In ihm gipfelt die sich aus der S-förmigen Schwingung des Körpers ergebende Verhaltenheit in der Figurenbewegung. Ihre erhobene Rechte, sowohl als Geste der Hinwendung als auch der Abwehr zu verstehen, und die leichte Drehung der zurückweichenden Schulter sind Ausdruck von Scheu und großer Zartheit des Empfindens. Das Buch in der linken Hand symbolisiert Weisheit und Schriftkenntnis.
M 234 , erworben 1959 , Foto: Andres Kilger