Memling, Hans

  • Das seit dem Ankauf Memling zugeschriebene Porträt gehörte zu einem durchgehend bemalten Doppelbildnis, das aus zwei miteinander verdübelten Tafeln bestand; sein Pendant, ein Frauenbildnis, befindet sich im Pariser Musée du Louvre. Die Forschung nimmt an, dass es sich um einen in Brügge lebenden italienischen Kaufmann und seine Frau handelt, um Gherardo Canigiani, Direktor der Londoner Medici-Filiale, der seine Frau Elizabeth Stockton 1472 geheiratet hatte.
  • Als Typ war ein solches Doppelporträt in der niederländischen Malerei des 15. Jahrhunderts, so weit man weiß, unbekannt und es scheint sich um eine eigene Bilderfindung Memlings zu handeln. Das Fehlen bestimmter, später angewandter malerischer Erfindungen (Luftspiegelungen) sowie die dendrochronologischen Befunde legen nahe, dass wir ein relativ frühes Werk Memlings vor uns haben.
Kat.Nr.529C , erworben 1896 , Foto: Jörg P. Anders