Sebastiano Luciani, gen. del Piombo

Zuschreibung und Einordnung in das Spätwerk des Malers wurden seit Bode nicht angezweifelt, die Datierung (Bode und Longhi: 1525, Dussler: 1535) wurde zuletzt von Hirst noch weiter nach hinten geschoben. Die exentrischen, unwirklichen Farben des 1945 verlorenen Bildes, durch die Beschreibungen bei Dussler überliefert („vitale Töne von Orange und Lachs“), sprechen ebenso für die späte Entstehungszeit wie die fast abstrakte Vereinfachung der Gestalt. Für Bodes Vermutung, es könnte sich um das Krypto-Porträt einer Römerin handeln, fehlen Indizien; del Piombos Spezialisierung auf Bildnisse, der porträthafte Bildaufbau und -ausschnitt der Judith sowie der Verzicht auf die üblichen Attribute (Dienerin, Bett) allein reichen nicht aus. Eine Replik der alttestamentarischen Tugendheldin mit Dienerin vor Landschaftshintergrund in Mailand erwähnt Dussler.

Erworben 1912 aus dem römischen Kunsthandel, Preis 10.600 RM

Inv. Nr. 259C , erworben 1912