Akrobat als Öllampe

Die Öllampe zeigte eindrucksvoll das allenthalben in der italienischen Renaissance und besonders in paduanischen Kleinbronzen sichtbare Interesse am Grotesken. Der bärtige Faun, der seine linke Hand um die Eingußöffnung an seinem Gesäß legte, vollführte einen Kniestand und brachte somit seine Fußsohlen, die als Dochthalter fungierten, in die notwendige Wagerechte. Der Entwurf könnte von Riccio, dem wichtigsten Paduaner Bronzegießer der Zeit stammen (Leo Planiscig, Andrea Riccio, Wien 1927, S. 181f.). In der Forschung wird dies inzwischen etwas vorsichtiger gesehen (Natur und Antike in der Renaissance, Ausst. Kat. Frankfurt a.M., hrsg. von Herbert Beck und Dieter Blume, Frankfurt 1985, S. 507f.; Kat. Berlin 1997). Lampen mit diesem Motiv, von denen sich etwa 20 Varianten erhalten haben, hielt man in den nachfolgenden Jahrhunderten für antike Bronzen (Joseph R. Bliss, A Renaissance Acrobat Lamp by Andrea Riccio. Its Mistaken History as an Ancient Bronze, in: Source 14, 1995, H. 3, S. 19)

Erworben 1916 vom Hessischen Landesmuseum Kassel, Preis 5.000 RM

Inv. Nr. M 151/1 , erworben 1916