Strozzi, Bernardo

  • In „Salome“ zeigt Strozzi ein Beispiel seines Interesses für Caravaggio und den Naturalismus im Allgemeinen. Auch wenn der Genueser aus seinem Vorbild Caravaggio (etwa „Der ungläubige Thomas“ oder „Das Martyrium der Hl. Ursula“) quasi buchstäblich Inspiration zog, seinen eigenen Stil, eine fließende Malweise und die vielfältige Farbigkeit, behielt er aber zugleich immer bei.
    In unserem erlesenen Fall ist der Bezug zu Caravaggio ausschließlich thematisch: Strozzi zeigt das Post-factum der Enthauptung Johannes des Täufers ohne brutale Anklänge und – wie es bei den Caravaggisten üblich war – grausames Blutvergießen.
  • Aber auch andere Einflüsse sind spürbar, wie einerseits die Farbmagie der klassischen und zeitgenössischen venezianischen Maler, und zum anderen die Erbschaft der in Genua tätigen toskanischen Meister der Gegenreformation wie etwa des Sienesers Francesco Vanni.Strozzi, der koloristisch herausragende Maler, Hauptfigur in den beiden Städten seines Schaffens Genua und ab etwa 1630 Venedig, hatte einen lang andauernden Einfluss in diesen norditalienischen Regionen.
Kat.Nr.1727 , erworben 1914 , Foto: Jörg P. Anders