Cornelis Troost

Der Amsterdamer Maler Troost, der auch etliche, allgemein für schwächer gehaltene Porträts und Historienbilder schuf, brillierte jedoch auf dem Gebiet der Theaterbilder, besonders nach Stücken niederländischer Autoren wie Willem van der Hoeven, Thomas Asselyn oder J. van Paffenrode, aber auch französischer Dramatiker wie Corneille, Racine und Molière. Er war als Kulissenmaler (Amsterdam, Schouwburg) tätig und fertigte häufig Zeichnungen für den Druck an, aber auch Gemälde, wie das verlorene Berliner, das zu den wichtigsten Werken Troosts zählte. Gezeigt war eine Szene aus Molières „Le malade imaginaire“ (1673), in der Angéliques, die Tochter Argan, des eingebildeten Kranken, und ihr heimlicher Liebhaber Ferdinand ein Gedicht aufsagen, während ihr Vater, sein Arzt Diafoirus und dessen Sohn Bartrand, den Argan als Gatten seiner Tochter vorgesehen hatte, skeptisch lauschen. Dem Bild war jede drastische Übertreibung oder karikaturhafte Betonung fremd, die Delikatesse des Interieurs sowie die galante Haltung des Paars standen im Vordergrund. Die Figur Ferdinands könnte, wie Niemeijer vermutete, Nicolas Lancrets 1730-35 entstandenen Gemälde „Adolescence“ aus den vier Lebensaltern (London, National Gallery) entnommen worden sein, das er aus einem 1735 erschienenen Stich Larmessins gekannt haben mag. Troost war stark an der französischen Malerei des frühen 18. Jahrhunderts orientiert. Zu dem Berliner Bild existieren eine Vorstudie (Dresden, Schloß Moritzburg) sowie eine Ölstudie (Slg. Duke of Westminster), in denen noch die Dienerin Toinette sowie in der Ölstudie ein am Boden kniendes Mädchen vorkommen. An diesen Werken können Troosts intensives Bemühen um ideale, auch farblich ausgewogene Kompositionen nachvollzogen werden. Nach dem Berliner Gemälde fertigte R. Muys einen Stich an, eine gemalte Kopie tauchte 1962 im Den Haager Kunsthandel auf (Niemeijer).

Bezeichnet re.u.: C Troost f 1748 (nicht gut leserlich, Angabe nach Plietzsch)

Erworben 1914 vom Kunsthandel de Burlet, Preis 7.000 RM; zuvor Versteigerung Amsterdam (11.5.1756, Nr. 24), Slg. Jan Bisschop (gest. 1771) in Rotterdam, seit 1771 Slg. Jan und Adriaan Hope in Amsterdam, Versteigerung G. van Rossem in Amsterdam (8.2.1773, Nr. 47), Versteigerung Vliquet-Andreoli in Amsterdam (18.7.1803, Nr. 53) an Josi

Inv. Nr. 1721 , erworben 1914