Padua

Die Bronzestatuette gehörte zu dem einem antiken Vorbild nachgebildeten Typ der sog. Venus pudica, der keuschen Venus, die mit ihrer Rechten die Brust zu verdecken sucht und mit der Linken das herabsinkende Tuch ergreift (Phyllis Bober und Ruth Rubinstein, Renaissance Artists and Antique Sculpture, London 1986, Nr. 14). Die Figur stand paduanischen Bronzen der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts nahe. Planiscig lehnte eine Zuschreibung an Sebastiano Briosco gen. Riccio ab, Bode sah hierin das Werk eines in der Art des Bartolomeo Bellano arbeitenden Künstlers. Eine Variante der Venus in Oxford, vielleicht der Prototyp, wurde jüngst dem Bologneser Gießer Francesco Francia zugeschrieben und um 1500 datiert (Jeremy Warren, Renaissance Master Bronzes from the Ashmolean Museum, Oxford. The Fortnum Collection, Oxford 1999, S. 56f.).

Erworben 1902 aus der Slg. Adolf von Beckerath in Berlin

Inv. Nr. 39/127 , erworben 1902