Masaccio, Tommaso di Ser Giovanni, gen.

  • Die vier Täfelchen stammen aus den seitlichen Pfeilern eines großen Polyptychons der Pisaner Kirche Santa Maria del Carmine, mit dessen Ausführung der Florentiner Maler Masaccio 1426 begann. Die Gemäldegalerie besitzt auch die zum selben Komplex gehörende Predella, weitere Bestandteile dieses Altarwerks gelangten in andere bedeutende Sammlungen der Welt, wie etwa in die National Gallery zu London. Die Tafeln zeigen einen heiligen Bischof, vermutlich den hl. Augustinus, in hellrotem Chormantel und Bischofsmitra, zwei Karmelitermönche in weißer Gewandung sowie vor einem Lesepult den hl. Kirchenvater Hieronymus.
  • Die Heiligen wenden sich dem Betrachter nicht frontalansichtig zu, sondern sind leicht gedreht, womit sich der Eindruck großer Tiefenräumlichkeit einstellt. Abgewinkelte Ellenbogen und die unter der Gewandung sich abzeichnenden Körper steigern die plastische Wirkung der Figuren. So treten uns, obwohl es sich um kleine Formate handelt, ungeheuer massive und letztlich monumental wirkende Gestalten gegenüber.
Kat.Nr.58D , erworben 1905 , Foto: Jörg P. Anders